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18.03.2016

21. März: Welt-Down-Syndrom-Tag

Theresa B. kümmert sich neben dem Postgeschäft, der Lotto-Toto-Annahme sowie dem Geschenkladen am li

Leben mit Down-Syndrom
Gut begleitet ein „normales“ Leben führen können.
21. März: Welt-Down-Syndrom-Tag

GALLNEUKIRCHEN. Am 21. März ist der Welt-Down-Syndrom Tag. Das Datum 21.3. ist gleichzeitig Symbol für Trisomie 21, wie das Down-Syndrom auch genannt wird - da das 21. Chromosom dreifach, statt wie üblich zweifach vorliegt. Dieses zusätzliche Chromosom trägt jene Gene, die Menschen mit Down-Syndrom so unverwechselbar machen.

Menschen mit Down-Syndrom haben - wie alle von uns - unterschiedliche Talente und Begabungen und erreichen Lernziele in ihrem individuellen Entwicklungstempo. In Österreich leben etwa 8.000 - 9.000 Menschen mit Down-Syndrom. Statistisch gesehen, wird ein Kind von 800 mit Trisomie 21 geboren. „Menschen mit Down-Syndrom haben heute sehr gute Entwicklungschancen. Dafür brauchen sie das „Ja“ ihrer Familien und des weiteren Umfeldes und eine professionelle Betreuung von Anfang an“, so Mag.a Christa Schrauf, Rektorin des Diakoniewerkes.

Bereits im ersten Lebensjahr ist es wesentlich, mit Fördermaßnahmen zu beginnen, denn je früher die Kinder intensiv gefördert werden, desto größer sind ihre Chancen auf ein weitgehend autonomes Leben als Erwachsener. Das Diakoniewerk bietet sehr erfolgreich Physiotherapie, Logopädie, Ergo- und Musik- und Tanztherapie an. Die Angehörigen können zur Bewältigung von schwierigen Situationen auch Familienberatung in Anspruch nehmen.

Ob Kindergarten-, Schul- und Hortbesuch oder später der Arbeitsplatz in einem Beschäftigungsangebot oder im Rahmen der integrativen Beschäftigung, das Diakoniewerk begleitet Menschen mit Trisomie 21 ihr Leben lang. Wohnen, Mobile Begleitung oder Freizeit-, Sport- und Bildungsangebote ergänzen das Angebot und allesamt sind sie dazu da, ein „normales“ Leben zu ermöglichen.

Teresa B., 26 Jahre, wurde mit der Genmutation geboren und wird seit ihrer Kindheit im Diakoniewerk begleitet. Seit fünf Jahren arbeitet sie in der Postpartnerstelle Hagenberg, die vom Diakoniewerk geführt wird. Der direkte Kontakt zu Menschen ist ihr wichtig und macht ihr Freude. In ihrer Freizeit ist Teresa sehr vielseitig interessiert und begabt. Sie spielt gerne Klavier und ist erfolgreiche Skifahrerin. Bei den Special Olympics 2013 in Südkorea gewann Teresa Gold im Slalom sowie Silber im Riesentorlauf und wurde daraufhin mit dem Ehrenpreis „Special Olympics Sportlerin des Jahres 2013“ ausgezeichnet. Im Jänner 2016 sicherte sie sich bei den Pre-Games in Schladming den zweiten Rang im Riesentorlauf. Theresa lebt bei ihren Eltern in Gallneukirchen, träumt aber von einer eigenen Wohnung und einer eigenen Familie. Selbst einkaufen, putzen und kochen sieht sie derzeit noch als Herausforderungen, denen sie sich dann stellen möchte. Auch der richtige Partner fehlt ihr noch zum Glück. Nach einer dreijährigen Beziehung ist Teresa derzeit Single. „Mein größter Traum wäre ein Partner und ein Kind, allerdings würde ich das nicht ohne Unterstützung schaffen“, sieht sie ihre Situation sehr realistisch.


„Die Begleitung von Menschen mit Down Syndrom ist uns ein besonderes Anliegen, um eine möglichst normalisierte Lebensführung zu ermöglichen. Die persönliche Entwicklung zu einem eigenständigen und selbstbestimmten Leben stehen hier im Zentrum unserer Arbeit“, ist sich Gerhard Breitenberger, Geschäftsführer des Diakoniewerk Oberösterreich, der Wünsche und Bedürfnisse bewusst.

Heute wird die Zahl der Menschen mit Down-Syndrom, wie auch jener mit Behinderung aufgrund der Pränatal Diagnostik immer kleiner. Laut internationalen Studien ist die Diagnose „Down-Syndrom“ an unangefochtener erster Stelle (ca. 92%) der Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch. (Diakonische Information 04/08)


„Wir wollen durch unsere Angebote betroffenen Familien Mut machen und zeigen, dass es viele Möglichkeiten der Förderung gibt, die die Entwicklung der Kinder positiv beeinflussen und so ein sinnerfülltes Leben mit Behinderung möglich ist. Menschen mit Down-Syndrom sind nach dem christlichen Menschenbild, das uns im Diakoniewerk leitet, Menschen, wie alle anderen auch, die ein Recht auf ein würdevolles Leben haben und einen wertvollen Beitrag zur Vielfalt in unserer Gesellschaft leisten“, unterstreicht Christa Schrauf.

„Fakt ist jedoch auch, dass die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen dafür Voraussetzung sind, ob sich werdende Eltern für ein Kind mit Behinderung entscheiden. Dafür braucht es mehr Unterstützungsangebote für Eltern von Kindern mit Behinderungen. Erst wenn soziale Dienstleistungen und Beratungsangebote ausreichend verfügbar sind, werden sich Eltern diese Entscheidung auch zutrauen“, so Christa Schrauf.


Bilder:
Bild: Diakoniewerk /Abdruck honorarfrei
Bildtext: Theresa B. kümmert sich neben dem Postgeschäft, der Lotto-Toto-Annahme sowie dem Geschenkladen am liebsten um ihre Kunden in der Postpartnerstelle Hagenberg.

Rückfragen:
Mag. MBA Daniela Scharer

Kommunikation & PR
Diakoniewerk (Zentrale)
Telefon 07235 63 251 128
Mobil 0664 220 16 25
d.scharer@diakoniewerk.at
www.diakoniewerk.at/presse

 


Theresa B. kümmert sich neben dem Postgeschäft, der Lotto-Toto-Annahme sowie dem Geschenkladen am li